Gequälter Hund wird Fotomodell | WDR

Gequälter Hund wird Fotomodell | WDR


Loki hat eine wahre
Blitzkarriere hinter sich. Der 6-jährige Galgo
steht mittlerweile regelmäßig als Fotomodell vor der Linse. Als er vor 3 Jahren
bei Hobbyfotograf Marcus Gier ein Zuhause gefunden hat,
wäre das noch undenkbar gewesen. Da war er noch eigentlich viel zu
ängstlich dafür. Hat er bestimmt Angst vorm Blitz
gehabt, vor der Kamera. Wenn man mit so nem großen Apparat ihm vor der Nase
rumgefuchtelt hätte. Das geht eigentlich… Erst seit 1,5 Jahren
kann man das mit ihm machen. Loki verbrachte
die ersten Jahre seines Lebens bei einem Jäger in Spanien und wurde dort auch für
waghalsige Hunderennen trainiert. Spanische Hunde wie Loki
fristen oft ein tristes Dasein und werden
mit brutalen Methoden gedrillt. Bringen sie keine Leistung mehr,
werden sie entsorgt. Es gibt Rituale,
Klavierspielen nennt man das, da werden die Hunde
am Baum aufgehangen und tapsen nur noch
mit den Hinterläufen aufm Boden und verenden so qualvoll. Das sind Sachen, die haben
mich wachgerüttelt, und ich finde, das darf so nem Lebewesen
einfach nicht passieren. Loki hatte Glück. Er wurde von Tierschützern
in Spanien gerettet. Marcus sah ihn
zum 1. Mal im Internet und war sofort
von seiner Geschichte berührt. Denn der Rüde
begann sich im Tierheim aufzugeben. Und so entschied Markus kurzerhand,
Loki ein Zuhause zu geben. Er war auf jeden Fall
traumatisiert, ängstlich. Er hatte Angst, wie viele spanische
Jagdhunde eben vor Männern, eben auch vor mir. Auf mich ist er
am Anfang gar nicht so zugegangen. Und wir haben da auch
sehr, sehr lange Zeit gebraucht, auch in Unterstützung
mit dem Tierschutzverein, dass er sich hier eingelebt hat. Und das hat er bis jetzt
ganz gut gemacht, ja. Es dauerte über ein Jahr, bis Marcus Loki
das 1. Mal fotografieren konnte. Sein Rüde Elvis,
der schon im Haushalt lebte, half ihm sehr dabei. Marcus stellte die Fotos ins Netz
und erzählte Lokis Geschichte. Das Schicksal seines Hundes hat auch bei Marcus
viel in Bewegung gesetzt. Durch Loki bin ich
aufmerksam geworden darauf, überhaupt auf die
Zustände in Spanien, und bin natürlich auch erst
wieder ans Fotografieren gekommen. Das Ganze eben
auch etwas aufwendiger zu betreiben. Das ist ganz klar
Lokis Schuld, würde ich mal sagen. Ne, Loki? Mittlerweile ist
aus dem Hobby eine Passion geworden. Und die Fotos
von seinen Hunden kommen gut an. Marcus hat
mittlerweile viel Know-how, wie schöne Fotos
von den eigenen Tieren gelingen. Tipps, die er gerne teilen möchte. Ganz wichtig: Den Hund
im Bild richtig positionieren. Am besten wirken Bilder
wenn das Gesicht des Hundes später im oberen Drittel oder am äußeren Drittel
des Fotos zu sehen ist. Beruht einfach darauf,
dass das menschliche Auge eigentlich immer diesen Punkt
im Bild als Ersten anfixiert und ein Bild so als schön empfindet. Eine große Rolle
spielt das richtige Licht. Um das Licht
im Raum optimal zu nutzen, hilft es,
auf der gegenüberliegenden Seite eine weiße Pappe
oder ein Blatt Papier aufzustellen. Damit kann ich das Licht ein wenig
von der anderen Seite reflektieren und bekomme
ein wunderschönes Hundeporträt. Und dann muss der Hund
natürlich ins Bild gucken. Das geht am besten
mit der richtigen Motivation, mit Leckerlis,
die Hunde wirklich toll finden. Das funktioniert
bei den meisten Hunden ganz gut. Wenn ich das beim Elvis mache:
Guck mal, sitz. Dann ist er
auf das Leckerli fixiert und ich kann ihn fotografieren. Das geht auch prima mit Spielzeug oder allem anderen,
was der Hund mag. Hauptsache, es macht Spaß. Marcus’ Fotos
kommen mittlerweile so gut an, dass er mit seinem Hobby
für den Tierschutz unterwegs ist. Auf Events
fotografiert er ehrenamtlich Hunde. Und der Erlös kommt dem Schutz
der spanischen Galgos zugute. Mich motiviert, dass ich eben mit
den Bildern etwas ausdrücken kann. Dass viele Leute
die Bilder sehen können und eben auf die Schicksale,
insbesondere der Galgos, der spanischen Jagdhunde,
aufmerksam werden. Und eben über diese Bilder… …darauf hingewiesen wird,
was dort unten in Spanien passiert. Tierschutzfotos mit großer Wirkung. Bei Marcus’ Bildern
stehen immer die Augen im Fokus, und so die Emotionen. Dafür geht Marcus
immer auf Augenhöhe. Man hat die Augen scharf, die Augen
schauen direkt in die Kamera rein, insofern der Hund das macht. Ist einfach ne schönere Perspektive, als wenn mans
von oben herunter macht. Und wenn dann noch der Hintergrund
einheitlich und ruhig ist, lassen sich auch mit dem Handy
richtig schöne Tierfotos schießen. Weil das den Betrachter
nicht von dem Hauptmotiv ablenkt, sondern, weil man sich konzentriert
auf das Hauptmotiv, in dem Fall den Hund. So viele schöne Momente
hat Marcus schon festgehalten. Aber am glücklichsten machen ihn
die täglichen Momente mit Loki, weil er so viel durchgemacht hat. Er hat mir gezeigt, wenn man sich
eigentlich völlig aufgegeben hat, wie man dann
doch wieder ins Leben finden kann und wie viel man
davon auch zurückgeben kann. Insbesondere dann auch mir.

9 comments on “Gequälter Hund wird Fotomodell | WDR

  1. Markus Frömbgen Post author

    Es gibt ja keine armen Hunde in Tierheimen in Deutschland, da muss ich Hunde aus 2000 km Entfernung hierher holen 🙈
    Was für eine 💩-Idee !

    Reply

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